NO LIMITS – Die Abteilung für Sport für Menschen mit Behinderung
Eine Erfolgsgeschichte mit ungewissem Ausgang


Im Juli 1998 gingen die damaligen Caritas-Wohnstätten Augsburg (heute CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH) und die DJK Don Bosco Augsburg eine für damalige Verhältnisse neue und innovative Kooperation ein. Sportangebote für Menschen mit geistiger Behinderung zu schaffen.


Sport hat für Menschen mit Behinderung eine besondere Bedeutung:

Er stärkt nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern fördert auch Selbstbewusstsein, Lebensfreude und soziale Kontakte. In Zeiten der Inklusion wird Sport zum wichtigen Mittel, um Barrieren abzubauen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.


Besonders Reha-Sportgruppen spielen dabei eine zentrale Rolle:

Sie bieten einen geschützten Rahmen, in dem auf individuelle Bedürfnisse eingegangen wird, und zugleich die Möglichkeit, Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein. So verbindet Rehasport gesundheitliche Förderung mit sozialer Integration und macht den Sportverein zu einem Ort gelebter Inklusion.


Über die Jahre wurden diese Ziele schrittweise in eine lebendige Praxis umgesetzt:

Es wurden Sport-Spiel Gruppen, eine Walking-Gruppe, eine Wassergymnastikgruppe eine Seniorengruppe und Sitztanz angeboten. Ergänzt durch Kursangebote wie Bauchtanz und Kegeln. Über die Jahre hat sich ein fester Mitgliederstamm von bis zu 38 Mitgliedern entwickelt.



Spätestens seit der Corona-Pandemie hat sich diese Entwicklung umgekehrt. Realistisch betrachtet, ist der Fortbestand der Abteilung sehr stark gefährdet. Dies hat mehrere Ursachen und steht exemplarisch für viele Sportabteilungen:


Der Gesellschaftliche Wandel wird auch in unserer Abteilung spürbar. Immer weniger Menschen wollen sich langfristig ehrenamtlich binden. Berufliche Belastungen, Fachkräftemangel im Behindertenbereich und flexible Arbeitszeiten erschweren die regelmäßige Übernahme von Übungsleiterstunden.

Die Ausbildung zum Übungsleiter erfordert Zeit und teilweise auch Kosten, die viele nicht aufbringen möchten. Gerade im Bereich Rehasport ist eine spezielle Lizenz notwendig, was den Kreis potenzieller Übungsleiter zusätzlich verkleinert.

Ein wesentlicher Punkt ist die demografische Entwicklung. Unsere Übungsleiter und Übungsleiterinnen sind inzwischen selbst älter oder krank geworden und können altersbedingt diese speziellen Übungsstunden nicht mehr anbieten. Adäquater Nachwuchs kommt leider nicht nach.


Auch die Mitgliederzahlen gehen stark zurück. Viele der damaligen Mitglieder sind verstorben oder wollen sich keinem Verein anschließen. In der jüngeren Generation gibt es veränderte Freizeitgewohnheiten.

Das hat dazu geführt, dass unsere Abteilung ihre Angebote reduzieren oder ganz aufgeben musste.


Wie heißt es – die Hoffnung stirbt zuletzt. Zeitnah sollen Gespräche mit den aktuellen Einrichtungsleitungen der CAB Augsburg stattfinden, um über die Zukunft der Abteilung zu sprechen.


Wir hoffen, dass wir unsere Abteilung unserem Sportangebot zur positiven Förderung der Lebensqualität und Erhalt der Gesundheit unserer Mitglieder weiterhin beitragen zu können.


Ronald Miller

Abteilungsleiter no limits